
Geschmacklos der Selbsttest: Tag 2 – die ersten Entzugserscheinungen
Januar 17, 2009
Als sich meine Augen am 2. Morgen öffneten, versuchte ich als erstes einen telepatischen Kontakt zu meinem Magen aufzunehmen. Er erzählte mir dann, dass das mit der Verdauung jetzt deutlich länger dauern wird und dass Hunger im Moment kein Thema für ihn sei. Anschließend schaltete sich dann auch meine innere Stimme in die Konferenz zwischen mir und meinem Magen ein und wollte mir klar machen, das ich bekloppt sei, son scheiß mitzumachen. Von wegen, ich sollte besser auf meine Gesundheit achten und das eine abstinente Haltung gegenüber Obst, Gemüse und Co. mir schaden könnte. Doch wieso denn gleich so pessimistisch an die Sache rangehen…noch lebe ich ja!
| Doch zur Liebe meiner inneren Stimme, wollte ich heute mal das Weißbrot weglassen und auf „gesundes“ dunkles Brot setzen. Also sollte es heute zum Frühstück ein Vollkorntoast sein. Doch wie verhext, fiel mir beim öffnen des Kühlschranks, das gute Essen (in Form von einer Packung Würstchen) entgegen und direkt in die Hände. Das war schon eine gefährliche Versuchung, doch nicht zu gefährlich für meine Willenskraft. |
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Ich nahm mir also wieder einen Toast und versuchte mir einzureden, wie lecker das doch ohne mit was drauf ist! Um den Tag vorerst zu überleben, durchsuchte ich unseren Vorratsschrank nach brotigen Ausweichmöglichkeiten. Und so fand ich „Smörebröd“ – eine finnische Brotspezialität und gutes nährreiches Vollkornbrot. Beide durften dann auch mit mir auf Arbeit fahren, doch das Büroleben war nicht lange etwas für die beiden und so waren sie auch schnell schon weggeknabbert. Mein weiteres Essen erschloss sich aus 2 Vollkornbrötchen, die im Übrigen meine Liebe für Körner weckten. So wurde mir die Erkenntnis zu teil, das doch tatsächlich jedes Krönlein auf so einem Brötchen anders schmeckt. Zwar ist dieser Geschmack, genauso wie Wasser und Brot, nicht gerade befriedigend, aber es ist immer noch besser als Einheitsbrotgeschmack.
Der Abend gestaltete sich dann weniger schön, denn zum einen meldete sich mein Verlangen nach Schokolade und zum anderen hatte ich keine Kraft für irgendetwas mehr. Tja, und um meinem Verlangen stand zu halten und mich meiner Kraftlosigkeit zu ergeben, hielt ich es wieder für vorteilhaft zu schlafen! Ach…ich putze jetzt übrigens mit viel mehr Begeisterung und unter Einhaltung der 3 Minuten-Putzzeit meine Zähne. Boar… schmeckt Zahnpaster toll! ![]()

